Aktuelle Gerichtsentscheidungen — Lateinamerika
DOI:
https://doi.org/10.67330/ywgzhg47Schlagwörter:
aktuelle Gerichtsentscheidungen, Lateinamerika, ImmobilienbewertungAbstract
Dieser lateinamerikanische Überblick ergänzt die Berichterstattung der Zeitschrift über aktuelle Gerichtsentscheidungen in den Vereinigten Staaten und in Europa, die die Immobilienbewertungspraxis berühren. Als erste Bestandsaufnahme erfasst er die Kalenderjahre 2025 und 2026; die nachfolgenden vierteljährlichen Folgen berichten nur noch über Veränderungen gegenüber dem hier festgehaltenen Stand. Die Einträge sind nach Gericht oder nationaler Jurisdiktion gegliedert.
Mehrere übergreifende Themen sind über die lateinamerikanischen Jurisdiktionen hinweg erkennbar: die fortschreitende Entwicklung der Rechtsprechung des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum indigenen Gemeinschaftseigentum und zur Entschädigung für nicht demarkierte angestammte Gebiete; bedeutsame Rechtsprechung des brasilianischen Obersten Bundesgerichts (STF) und des Obersten Gerichtshofs (STJ) zur Methodik der desapropriação, insbesondere zum Verhältnis zwischen vorläufiger Hinterlegung, gerichtlichem Sachverständigengutachten und dem bundesrechtlichen precatório-Regime; eine Entscheidung des mexikanischen Obersten Gerichtshofs (SCJN), die eine Abweichung zwischen avalúo und Kaufpreis von mehr als zehn Prozent als steuerpflichtigen Einkommenszufluss behandelt; die anhaltende Befassung des chilenischen Obersten Gerichtshofs mit der Gewichtung von Vergleichspreisen und mit Behauptungen zur höchsten und besten Nutzung im Enteignungsverfahren; sowie die verfassungsgerichtliche Billigung der neuen kolumbianischen Jurisdicción Agraria y Rural, die ab 2027 das verfahrensrechtliche Umfeld der Bewertungsarbeit bei der Landrestitution umgestalten wird.
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